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Der kleine Free entdeckt seine Welt
Der kleine Free ist ein hübscher Thaihund von unbestimmbarer Rasse. Vorerst, mit sechs Wochen sieht er eher wie ein Teddybär wie ein Hund aus. Er kam zu mir, weil jemand gesagt hat, er müsste ersäuft werden. Ich glaube heute, dass das absichtlich in meiner Anwesenheit gesagt wurde. Man hat mich damit auch dazu gebracht, den kleinen Kerl in meine Obhut zu nehmen. Nun ist er also auf meiner Minifarm und entdeckt seine Welt. Das aber soll er doch selber erzählen. Ich bin Free. So ruft man mich und ab und zu höre ich auch darauf. Free deshalb, weil mein neuer Chef – er glaubt der Boss zu sein – mich kostenlos, also free bekommen hat. Ich wohne jetzt auf der Minifarm BanSwiss. Es ist ja eigentlich nur ein Haus mit einem grösseren Garten. Für mich ist das noch riesig.
Langsam erkundige ich aber das ganze Grundstück. Oft muss ich mein Herz aber dabei in beide Pfoten nehmen. Heute früh kam so ein Ungetüm auf mich zu gestelzt. Auf hohen Beinen, in einem schwarzen Federkleid, auf einem langen Hals sass ein Kopf mit roter Kapuze. Zwei glitzernde Augen über einem spitzen Schnabel schauten mich neugierig und furchterregend an. Mir blieb fast das Herz stehen. Allen Mut zusammennehmend machte ich einige Schritte auf das Tier zu. Da nahm es Reissaus. Mutig rannte ich hinterher aber es war viel schneller als ich. Noch ist es schneller. Eines Tages werde ich es dann schon erwischen. Dann aber wird es seine blauen Wunder erleben. Ich weiss noch nicht was ein Hund mit dem Tier macht. Bis ich es erwische bin ich aber gescheiter und weiss Bescheid.
Zwischen den Bananenbäumen und Mangobäumen ist mein Paradies. Da kann ich herumrennen, Löcher graben und an Ästen knabbern. Niemand hält mich davon ab. Nur wenn ich mich den Schuhen oder Stromkabeln beim Haus kümmere gibt es ein Geschrei. Dabei sind doch Stromkabel so lustig. Man zieht daran und irgendwo fällt was um. Schuhe sind auch interessant. Die riechen so schön nach dem Menschen der mich füttert und streichelt. Dass er mich auch noch badet muss ich wohl in Kauf nehmen. Er ist einfach stärker als ich.
Ich habe noch gar nicht erzählt wie das mit dem Käfer war. Krabbelt der Kerl doch tatsächlich über mein Spielzeug hinweg. Bei allem was Recht ist. So nicht mit mir. Man hat ja auch so seine persönlichen Sachen wo sonst keiner ran darf. Ich als hingewetzt und zugepackt. Aber hoppla. Beisst der mich doch einfach in meine Zunge. Jetzt herrschte aber Krieg. Nach einer kurzen Schreckenspause packe ich wieder zu. Kurz, heftig und dann schleuderte ich ihn weit, so mindestens zwei Hundelänge von mir. Gleich raste ich hinterher und packe ihn wieder. Das ging so schnell, dass er gar nicht zur Gegenwehr kam. Noch zwei oder dreimal wiederholte ich das Ganze. Dann stellte er sich tot. An einer Käferleiche vergreife ich mich nicht und so verliess ich das Schlachtfeld als stolzer Sieger. Hungrig machte ich mich auf und suchte den Kühlschrank. Ich verstehe nicht, weshalb die Türgriffe da so hundeunfreundlich angebracht sind. Viel zu hoch und völlig untauglich um mit der Schnauze zu öffnen. Irgendwie muss das die Absicht der Menschen sein. Weil sie uns sonst fast überall unterlegen sind rächen sie sich auf diese faule Art. Was tun wir? Wir kläffen bis wir ihnen so auf die Nerven gehen, dass sie ganz schnell den Schrank aufmachen und das Futter herausgeben. So eine schöne, kräftige Stimme zum bellen ist schon etwas wert.
Jetzt habe ich Hunger bekommen weil ich darüber geschrieben habe. Ich muss deshalb abbrechen. Vielleicht schreibe ich euch später wieder mal wie es mir so geht. |
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